Aktionswoche: Ja zur Zivilklausel, 1.-8. Mai 2012

Der Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF) begrüßt die Initiativen gegen die Militarisierung der Hochschulen und fordert dazu auf, sich an der Aktionswoche für Zivilklauseln zu beteiligen. Wir dokumentieren den Aufruf und informieren über die Aktionen.

Mit den Waffen des Geistes gegen den Geist der Waffen – Hochschulen für den Frieden!
Aufruf zu einer bundesweiten Aktionswoche für Zivilklauseln, 1.-8. Mai 2012

Wir, die Initiative „Hochschulen für den Frieden – Ja zur Zivilklausel“, rufen Studierende, Lehrende, Hochschulmitarbeiter*innen und gesellschaftliche Kräfte auf, sich an der Aktionswoche für zivile und friedliche Wissenschaften vom 1. bis 8. Mai 2012 zu beteiligen und Aktivitäten vor Ort zu initiieren. Mit dem Tag der Arbeit und dem Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus stellen wir uns in die Tradition des weltweiten Engagements
für die humane und zivile Entwicklung der Gesellschaft.


Gerade in globalen Krisenzeiten: Die Hochschulen stehen in der Verantwortung, zur Lösung der drängenden gesellschaftlichen Probleme beizutragen. Die Ergründung der Ursachen von Kriegen sowie der Bedingungen von Frieden, die Überwindung weltweiter sozialer Ungleichheit und ökologischer Zerstörung, zivile Konfliktbearbeitung und Völkerverständigung, internationale Abrüstung sowie die Konversion von Kriegs- in Friedensproduktion sind dringende Aufgaben, auch für die Wissenschaft. Diese muss für eine nachhaltige und humane Entwicklung und menschenwürdige Gestaltung der Lebensbedingungen weltweit eintreten. Die Abhängigkeit der wissenschaftlichen Einrichtungen von privaten Geldgebern gerade aus dem Bereich der Rüstungsindustrie und des Militärs verdrängt die intellektuellen Bemühungen einer wissenschaftlichen Tätigkeit im Interesse der Allgemeinheit.
Bundesweit stößt die Indienstnahme von Forschung und Lehre für den Krieg zunehmend auf das Engagement von Hochschulaktiven für eine Wissenschaft, die zu einer zivilen, sozialen, demokratischen und nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beiträgt. Am KIT in Karlsruhe, an der Uni Köln, der FU Berlin und der Uni Frankfurt haben sich bei Urabstimmungen deutliche Mehrheiten der Studierenden für eine strikt zivile und friedenschaffende Orientierung der Wissenschaft (Zivilklausel) ausgesprochen; mehrere Hochschulen haben Zivilklauseln. Die Universität Bremen hat ihre Zivilklausel gerade gegen den Druck eines Rüstungsunternehmens bekräftigt.
Wir rufen bundesweit zu vielfältigen Aktionen zwischen dem 1. Mai und den 8. Mai auf, zu öffentlichen Veranstaltungen, Seminaren, Aufklärungs- und Protestaktionen, Pressekonferenzen und Diskussionen mit Politik und Universität über die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft. Mit den Waffen des Geistes gegen den Geist der Waffen können alle kooperativ für eine humane und zivile Gestaltung der Welt lernen, forschen und arbeiten.

Bisher bekannte Aktionen:

Frankfurt am Main

Mehrtägiger Infostand auf dem Campus Westend und Filmabend

Kassel

2. Mai, 10 Uhr Bibliotheksvorplatz: Aktion mit Plastikpanzern und Kunstblut

Göttingen

2. Mai, 18 Uhr, ZHG 103: Podiumsdiskussion zur Zivilklausel mit Diedrich Schulze, Peer Heinelt, Ulrike Beisiegel

7. Mai, 18 Uhr, ZHG 002: Vortrag mit anschließender Diskussion »Die Bundeswehr an Schulen und Hochschulen«

Rostock

1. Mai: Stand und Redebeitrag zum Thema »Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen« im Rahmen der Aktivitäten des örtlichen Mai- und Krisenbündnisses

Köln

Ab 1. Mai wird an der Uni Köln die Ausstellung der Bundesfachschaftentagung Chemie zur Rolle des IG-Farben-Kartells im deutschen Faschismus gezeigt.

Bremen

3. Mai: Diskussionsveranstaltung »Zivilklausel an der Uni Bremen« mit Dietrich Schulze, Lena Graser und Eva Kowalzik, 18.30 Uhr Raum SI 364

8. Mai: Vortrag » Kontrolle von Zivilklauseln und Transparenz und Diskussionskultur an Hochschulen« mit Andreas Seifert, 18 Uhr SI 364

Gießen

7. Mai: Vortrag über die Zivilklausel im Cafe Amelie, 19 Uhr

Braunschweig

1. Mai: Infostand auf dem 1.-Mai-Fest im Bürgerpark

4. Mai: Vortrag zum Thema Zivilklausel, 15 Uhr (o.O.)

8. Mai: Filmvorführung, 20.30 Uhr im Grotrian

Weitere Informationen: zivilklausel.org

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