Action, Adrenalin und Abenteuer? Krieg, Mord und Posttraumatische Belastungsstörung!

Zum siebten Mal veranstaltet die Bundeswehr in Kooperation mit der bekanntesten Jugendzeitschrift in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) – der Bravo – und deren kleiner Schwester – der Bravo Sport – die sogenannten Bw-Adventure-Camps. Bravo und Bravo Sport stellen nicht nur hierfür Seiten ihrer Magazine für die Werbung zur Verfügung. Sie werben auch mit dem Slogan „Action, Adrenalin und Abenteuer – Die Herausforderung deines Lebens wartet auf dich!“ auf ihren Internetseiten mit Artikeln und Anzeigen sowie auf dem Youtube-Kanal der Bravo für zwei kostenlose Bundeswehr-Jugendcamps bei der Luftwaffe auf Sardinien und bei den Gebirgsjägern in den bayrischen Alpen.

Die Kooperation des Jugendmagazins mit den Militärs liegt im Trend. Einerseits weil sich zivile Institutionen – wie die Kultusministerien der Länder oder Grundschulen – zunehmend offen für eine sogenannte zivilmilitärische Zusammenarbeit zeigen, die die StrategInnen im Bundesverteidigungsministerium seit einigen Jahren gezielt anstreben. Andererseits weil die Bundeswehr offensichtlich immer jüngere Menschen für sich zu gewinnen versucht oder sie zumindest für die eigene Arbeit einspannen will. Die LeserInnen der Bravo-Homepage sind z.B. zwischen 12 und 19 Jahre alt.

Christin Bernhold, eine der Sprecherinnen des Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden von Linksjugend [’solid] und DieLinke.SDS (BAK AuF) erklärt: „Der Mangel an RekrutInnen ist nicht der einzige Grund für solch‘ dubiose Kooperationen. Es geht z.B. auch darum, Akzeptanz und Unterstützung für die Auslandseinsätze der Bundeswehr in Afghanistan und die Institution Bundeswehr an der ‚Heimatfront‘ zu generieren.“ Laut dem Leiter der Nachwuchsgewinnungsorganisation Ost der Bundeswehr sind Gespräche mit Soldaten über Auslandseinsätze „integraler Bestandteil“ der Camps. Bernhold merkt ironisch an: „So absurd es klingt: Die ‚Sicherheit‘ Deutschlands wird offensichtlich nicht nur am Hindukusch, sondern auch in Deutschland mit der Bravo verteidigt.“ Diese lässt sich dafür bereitwillig einspannen. Laut einer Ende April 2012 publizierten parlamentarischen Anfrage der LINKEN an die Bundesregierung hat die Bravo im Jahr 2011 für ihr obrigkeitshöriges Engagement nicht einmal Geld erhalten.

Die Adventure-Camps der Bundeswehr sind nur ein Teil der diversen Mittel, mit deren Hilfe das Bundesverteidigungsministerium auf die Jagd nach Nachwuchs geht und für die es jährlich über zweistellige Steuermillionenbeträge verschleudert. Wie bei den zahlreichen Besuchen der Jugendoffiziere an Schulen, den Vorträgen von WehrdienstberaterInnen an Berufsinformationszentren und in Jobcentern, in den Werbespots im Fernsehen und Radio usw. gaukeln die falschen Propheten von der Hardthöhe den Jugendlichen vor, bei der Bundeswehr handele es sich vorrangig um ein Unternehmen für Abenteuerreisen. Kein Wort über die politisch-ökonomischen – mit anderen Worten: imperialistischen – Gründe für die Kriegseinsätze, über das blutige Mordhandwerk im Einsatz, die zivilen Opfer, die Zerstörung der Natur und ganzer Gesellschaften findet sich in Bravo und Bravo Sport. Nicht einmal die zahlreichen Folgen für die sinnlos an der Front verheizten SoldatInnen wie die posttraumatische Belastungsstörungen, mögliche Verletzungen oder gar die Gefahr des eigenen Todes werden irgendwo erwähnt.

Anne Geschonneck, eine weitere Sprecherinnen des BAK AuF erklärt: „Wir begrüßen alle Protestinitiativen gegen diese perfide Indoktrinations- und Rekrutierungscamps: z.B. die Onlinepetition von Terre des Hommes und den Protestaufruf bei Facebook. Die Zusammenarbeit der Bravo mit der Bundeswehr muss umgehend eingestellt werden – ebenso wie gesamte Propaganda aus dem Hause de Maizière.“

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2 Antworten zu Action, Adrenalin und Abenteuer? Krieg, Mord und Posttraumatische Belastungsstörung!

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